Die Kathedrale von Sevilla
“Bauen wir eine Kirche, damit sie uns für verrückt halten“, gab das Kapitel der Kathedrale 1401 bekannt, als man sich entschloss, die Moschee abzureissen. Es ist eine der letzten gotischen Kathedrale Spaniens mit Einflüssen aus der Renaissance. Durch ihr Grösse gilt sie als drittgrösste Kathedrale der Welt nach dem Peterdom im Vatikan und der St. Paul’s Cathedral in London.
Ihr Äusseres, eine wunderbare Zusammenstellung von Dimensionen, präsentiert sich durch das Talent ihres Architekten, dessen Namen nicht bekannt ist. Man betritt sie durch die Puerta del Perdón (Tür der Verzeihung), die ehemalige majestätische Portal der Moschee von der ein andere Spur übrig geblieben ist:
Der lauschige Patio de los Naranjos (Organgengarten).
Die Kathedrale von Sevilla erhebt sich an ihrem Standort, wo sich im 12. Jahrhundert die Grosse Moschee befand, von der das Minarett bewahrt wird, bekannt als Giralda, einer Wetterfahne, die ihm im 16. Jahrhundert verliehen wurde.
Als Fernando III. die Stadt im Jahre 1248 zurückeroberte, wurde sie zu einer christlichen Kirche. Die Bauphasen durchlaufen die Epochen der Mudejaren, Gotik, Renaissance und Barock, eine akademische Epoche klassizistischer Werke und schliesslich eine Etappe, in der man versuchte die früheren Etappen zu beenden, wodurch an den Stile gefeilt wurde.
Das Innere der Kathedrale
Im Innern überrascht unmittelbar die Grösse und Reichtum dieses Universums an Steinen, Glas- und Gitterfenster. Die Leichtigkeit der Säulen heben die Höhe dieser geräumigen Kirche mit fünf Schiffen und seitlichen Kapellen. Einfache Kreuzgewölbe bedecken das Schiff ausser in der zentralen Zone. Das Kreuzgewölbe, im spätgotischen Stil, erhebt sich auf einer Höhe von 56 Metern. Ein Spiegel, der auf dem Boden angebracht ist, lässt es zu, die Kreuzgewölbearbeiten zu betrachten. Ausserdem befindet sich das Grab von Christoph Kolumbus und seine Überreste im Innern der Kathedrale.
Die Kapellen
Die Capilla Mayor (Hauptkapelle), von erstaunlichem Reichtum, ist mit geschnörkelten Gittern abgeschlossen (16. Jahrhundert). Der riesengrosse und glänzende flämische Altaraufsatz (1482 – 1525) ist der grösste Spaniens (20 Meter hoch).
Die grosse Sakristei, ein wunderschöner Saal aus dem 16. Jahrhundert in Form eines griechischen Kreuzes, beherberbgt die wertvolle Monstranz aus der Renaissance von Juan de Arfe. Die Kapelle im Schnörkelstil beeindruckt durch ihre Monumentalität.
In den anderen Kapellen und im Tesoro (Schatz) können wir die zauberhaften Kunstwerke von Murillo, Valdés, Leal, Zurbará, ect. bewundern.
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